Fragenleitlinien

Auf dieser Seite finden Sie einen Auszug aus dem Leitfaden zur Erstellung von Multiple Choice Fragen für den Progress Test Medizin. Sie können hier auch den gesamten Fragenleitfaden herunterladen:

Fragenerstellung

Vor der Erstellung einer Prüfungsfrage müssen der zu prüfende Themenschwerpunkt und das Ziel der Frage klar definiert sein. Das Niveau der Fragen darf sich nicht am fachlichen Wissensstand eines Facharztes, sondern an dem eines Berufsanfängers orientieren. Das abgefragte Wissen sollte der aktuellen Lehrmeinung entsprechen und praxisrelevant sein.

Für den Progress Test Medizin sind gegenwärtig nur Multiple-Choice-Fragen im Einfachauswahl-Format zulässig. Das heißt, nur eine der aufgeführten Antwortmöglichkeiten ist richtig. Fragen, die auf eine korrekte Falschantwort abzielen, müssen vermieden werden (z.B. „...Welche Aussage ist falsch?“). In Zukunft wird es auch die Möglichkeit der Eingabe von Listenfragen geben.

Was macht eine gute Frage aus?

Jede Frage sollte formal eine Einleitung (Fragenstamm), am besten im Form einer Fallbeschreibung, eine konkrete Frage und die Antwortmöglichkeiten enthalten. Die Anzahl der Antwortmöglichkeiten sollte zwischen 3 und 8 liegen; Wortwiederholungen aus der Fragestellung sollten vermieden werden.

Idealerweise sollte die Prüfungsfrage so formuliert sein, dass die richtige Antwort auch ohne Kenntnis der vorgegebenen Lösungsmöglichkeiten gegeben werden kann. Im Folgenden möchten wir kurz einige Charakteristika einer guten Frage nennen, Sie finden Erläuterungen und Beispiele in unserem Fragenleitfaden.

Homogenität

Inhomogene Antwortmöglichkeiten sollen vermieden werden!

Wichtig ist, eine deutlich auf einen Sachverhalt bezogene Frage und homogene Antwortmöglichkeiten zu formulieren.

Länge und Komplexität

Unterschiede in Länge und Komplexität der Antwortmöglichkeiten sind nicht angebracht! Häufig tendieren Testautoren/innen dazu, das richtige Ergebnis sorgfältiger zu formulieren. Der/die testerfahrene Student/in, bekommt so allein durch die Komplexität der Antworten einen Lösungshinweis. Fazit: Wichtig ist es, alle Antworten in etwa gleich lang und gleich plausibel zu formulieren!

Negative Formulierungen

Negativ formulierte Fragen sollten umgangen werden!

Hierbei muss der Prüfling die Falschaussage als richtig markieren. Dies ist für den Lernerfolg problematisch, da die anderen Lösungen dann als “nicht falsch” statt richtig behalten werden. Zudem erschweren negative Antwortmöglichkeiten die Beantwortung der Fragen unnötig. Pädagogisch sinnvoller ist es, den Studierenden eine positiv formulierte Frage anzubieten und das Auffinden der eindeutig richtigen Antwort zu honorieren.

Weitere Anforderungen

  • Verständliche Sprache, keine unnötigen Fremd-/ Fachwörter
  • Deutsche Rechtschreibung, auch für Fachbegriffe
  • Keine Abkürzungen, die nicht in der Frage erklärt wurden
  • Zahlen in konsekutiver Reihenfolge aufschreiben

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Beispiel für eine gute Frage

Ein Patient, der zur Zeit wegen immer wieder auftretenden Magengeschwüren behandelt wird, kommt erstmals mit starken Kopfschmerzen zu seiner Hausärztin. Welches Medikament sollte sie gegen die Kopfschmerzen empfehlen?

?) Weiß nicht

a) Azetylsalizylsäure

b) Paracetamol

c) Diclofenac

d) Piroxicam

e) Morphin


Diese Frage besteht aus Fragenstamm und konkreter Frage. Die Antworten sind sowohl inhaltlich als auch in Länge und Komplexität homogen.

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