Über den Progress Test Medizin

Im Wintersemester 1999/2000 wurde der Progress Test Medizin (PTM) in Berlin als erster deutscher Progress Test eingeführt und findet seither jedes Semester statt.Informieren Sie sich hier über:

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Kooperation: Wie kann eine medizinische Fakultät am Progress Test teilnehmen?

Im Zuge einer Kooperation besteht für deutschsprachige medizinische Fakultäten die Möglichkeit, am Progress Test Medizin teilzunehmen.
Alle Partner haben die Möglichkeit, durch das Beisteuern von Testfragen den PTM inhaltlich mitzugestalten

Jede medizinische Fakultät in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die den PTM als Feedbackinstrument für ihre Studierende und zur Evaluation ihres Curriculums einsetzten möchte und deshalb an einer Kooperationspartnerschaft interessiert ist, ist herzlich eingeladen mit dem PTM-Team Kontakt aufzunehmen und sich vor Ort, per E-Mail oder telefonisch ausführlich informieren zu lassen.

Das PTM-Team der Charité Berlin hat in der Konzeption, Umsetzung und Auswertung dieser Testform viel Erfahrung gesammelt und steht deshalb gern allen zur Verfügung, die einen auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Progress Test entwickeln möchten. Nehmen Sie Kontakt zur Charité auf – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten gern Ihre Fragen!

Progress Tests können vielfältig eingesetzt werden zum Beispiel:

  • während der Weiterbildung zum Facharzt bzw. zur Fachärztin
  • in medizinnahen Ausbildungsberufen wie Pflege, Physiotherapie oder Hebammenausbildung
  • in der Zahnmedizin und darüber hinaus sicherlich in allen Ausbildungen, in denen eine bestimmte Menge an Faktenwissen vermittelt wird (z. B. im Studium der Rechtswissenschaften).

Kooperationspartnerschaften mit Universitäten

  • Der erste Koopeartionspartner des PTM war im Jahr Jahr 2000 die Universität Witten/Herdecke.
  • Im Jahr 2003 entschlossen sich die medizinischen Fakultäten der RWTH Aachen, der Ruhr-Universität Bochum, der Universität zu Köln sowie der Westfälischen Wilhelms Universität Münster den PTM für die Studierenden ihrer neu reformierten und zum Teil auch ihrer klassischen Studiengänge einzuführen.
  • Seit dem Wintersemester 2006/2007 nimmt die Medizinische Hochschule Hannover als Kooperationspartner am PTM teil.
  • Die medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck in Österreich sind seit dem Wintersemester 2007/08 Teil der Kooperation. 
  • Die Universität Regensburg wurde im Wintersemester 2008 Partner der Kooperation.
  • Im Sommersemster 2009 wurde die Ludwig-Maximilias-Universität in München Teil der Kooperation. Es folgten die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Medizinische Universität Wien sowie die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
  • Die neuesten Partner sind die MHB in Neuruppin sowie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Wie entsteht der PTM?

Vom Fragen schreiben zum Test erstellen

Die von den Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern verfassten Fragen werden in eine Datenbank eingegeben und dort nach Fachgebieten und Organsystemen kategorisiert. Aus diesem "Fragenpool" werden jedes Semester 200 Fragen nach einer genauen Vorgabe, dem sogenannten "Blueprint", für einen Test ausgelost

Prozess der Erstellung, Evaluation, Auswertung und Ergebniserstellung des Progress Test Medizin
Die Abbildung zeigt den Prozess der Erstellung, Evaluation, Auswertung und Ergebniserstellung des Progress Test Medizin.
Zusammensetzung des Progress Test Medizin nach Organsystemen (Blueprint)

Diese Fragen werden nun von einem Gremium aus Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern, dem "Review-Komitee", auf formale und inhaltliche Stimmigkeit geprüft. Für die umfangreiche Korrespondenz des Review-Komitees mit den Autoren der Fragen ist eine Studierende bzw. ein Studierender zuständig. Ist dieser Prozess abgeschlossen, können die Testunterlagen erstellt und der Test durchgeführt werde

 

Es folgt die Erfassung und Auswertung der Daten und die Produktion von individuellen Ergebnismitteilungen für die Teilnehmer.

Hintergrund: Entstehung des PTM in Maastricht

Die Medizinische Fakultät Maastricht wurde 1974 als damals einzige medizinische Reformfakultät in den Niederlanden gegründet. Als zentrale Lehrform war das problemorientierte Lernen vorgesehen.

Da das die Hinwendung zu einem wesentlich freieren Lernprozess bedeutete, der damals auch in den Niederlanden mit Skepsis betrachtet wurde, bestand die Notwendigkeit, den Lernfortschritt der Studierenden überzeugend zu dokumentieren.

Dabei stellte sich schnell heraus, dass die eingeführten umfangreichen Prüfungen das problemorientierte Lernen entwerteten, da die Studierenden sich überwiegend an den Anforderungen der Prüfungen orientierten. Um dieses Problem zu lösen, wurde der Progress-Test entwickelt.

Der Trick: Der Test wird nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzt, wobei die festgelegten Anteile nicht medizinischen Fachgebieten folgen, sondern Organ- bzw. Funktionssystemen, nach denen die Fragen im Fragenpool klassifiziert werden. Damit sind die Inhalte, die ein konkreter Test enthält, nicht vorauszusagen, wodurch auch keine gezielte Vorbereitung möglich ist. Die Vorbereitung mit bekannten "Altfragen" ist ebenfalls nicht mehr sinnvoll. Eine Beeinflussung der im Curriculum verwandten Lehrformen durch den Progress-Test ist ausgeschlossen. In Maastricht entscheiden die Testergebnisse jedes Semester erneut über die Erlaubnis, die Kurse des nachfolgenden Studienabschnitts zu besuchen.

Forschung und Qualitätssicherung

So wie Wirksamkeit von Medizin beforscht werden muss, sollte auch die Ausbildung zum Mediziner "evidence based" sein. Wir beforschen zur Zeit im Besonderen den PTM und darüber hinaus auch allgemein Prüfungsformen, die auf MC-Fragen beruhen.

Güte des Tests

Zur Sicherung der Güte des PTM wird seit Jahren die Reliabilität des Tests bestimmt. Die Werte liegen im Bereich von 0.96 bis 0.98 mit einem Mittel von 0.97.
Im Sinne der externen Validität wurde im Rahmen einer Studie der Zusammenhang der Zensuren von Staatsprüfungen und den PTM - Ergebnissen von Ärzten im Praktikum mit Hilfe von Spearmanschen Rangkorrelationen bestimmt.
Die Inhaltsvalidität zeigt sich im kontinuierlichen Ansteigen der PTM - Mittelwerte im Verlaufe des Studiums. Diese sind in den veröffentlichten Graphiken gut zu erkennen und werden nach jedem Test fortgesetzt.

Erfassung der Veränderung des Tests

Der PTM bietet die einmalige Möglichkeit, den Wissensstand im Verlauf der Zeit zu betrachten. Bei der Messung von Veränderung sollten die Testscores jedoch nur die Fähigkeit der Teilnehmer erfassen. Tatsächlich beinhalten sie aber auch die Schwierigkeit des jeweiligen PTM. Eine Studie, welche schon seit einigen Semestern läuft, beschäftigt sich erfolgreich mit diesem Problem.

Testauswertung

Im Rahmen der Testauswertung werden u.a. verschiedene Auswertungsschemata beforscht. Außerdem wurden Verfahren entwickelt, um unmotivierte Teilnehmer zu identifizieren, welche aus der Mittelwertberechnung herausgenommen werden.

Forschung für die Ausbildung

Die Ergebnisse des PTM werden außerdem für die Ausbildungsforschung verwendet. Die Landschaft der medizinischen Ausbildung in Deutschland ist sehr vielfältig. Es werden unterschiedliche Curricula eingesetzt mit ihren spezifischen Lernzielen und Lehrmethoden. Um geeignete Kombinationen von Inhalt und Technik herauszufinden, werden verschiedenste Evaluationsinstrumente eingesetzt. Der PTM spielt hierbei eine ganz besondere Rolle neben der regelmäßigen Zufriedenheitsmessung über Evaluationsbögen und den Prüfungsergebnissen, welche einmalig kognitive Fähigkeiten messen.